Donnerstag, 14. November 2013

Vorhang auf!

… für all die Dinge, welche man aus zwei Vorhangschals von IKEA machen kann.

Letztes Jahr … oder das Jahr davor? Keine Ahnung, der Stoff liegt schon so lange bei mir. Egal wann, es war ein sehr heller Sommer (also nicht dieser ;-) ) und ich brauchte unbedingt etwas an den Fenstern, dass etwas die Sonnenhitze draußen hält, aber noch etwas Licht durchlässt.

Also bin ich zu einem nahegelegenen Möbelhaus gefahren und habe mir Vorhänge für 5 Euro gekauft. Für dieses wenige Geld bekommt man zwei Bahnen á 3 Meter lang und 1,5 Meter breit von einem dünnen Baumwollmischstoff, der nicht nur schön fließend ist, sondern sich auch noch toll anfühlt.



Meine Fenster hingegen sind nur knapp 80 cm². Die Breite der Vorhänge habe ich belassen, so dass sie schön gerafft sind. In der Länge jedoch musste ich stark kürzen.

Danach lagen hier also noch 2 x 2,2m Stoff rum, und wurden von einer Kiste zur nächsten geräumt.

Bis mir die Zeitschrift "Simplicity - Meine Nähmode" Ausgabe 2 von 2011 in die Hände fiel. Darin fand ich eine Sommer Tunika, von welcher ich nicht ganz sicher war, ob sie mir stehen würde. Also nahm ich mir den Vorhangstoff und nähte drauf los. Ist ja ein günstiger Stoff, bei dem ich nichts falsch machen kann.




Ich hab noch ein paar Abnäher hinten reingesetzt, da sie einfach zu weit war. Vorne brauche ich halt den Stoff für Größe 46 und hinten reicht 44. :-)
Alles in allem finde ich sie gelungen. Ist überraschend angenehm zu tragen, fast bügelfrei und knittert nicht.




Letzteres habe ich 2012 auf unserer Reise durch den Bundesstart Colorado (USA) ausprobiert. In den ganzen Nationalparks wollte ich mich nicht schulterfrei der unbarmherzigen Sonne ausliefern und so blieb die Tunika zwei Wochen zusammengefaltet im Koffer und wurde erst wieder in Colorado Springs aus gepackt. Einmal aufgeschüttelt und – tada – keine einzige Faltung zu sehen. Einfach toll für den Sommerurlaub.



Auch nach dem Nähen der Tunika hatte ich immer noch Massen von diesem Stoff liegen. Er hat doch schon irgendwie eine recht grelle Farbgebung. Und so ging ich diesen Sommer noch mal auf die Suche nach einem neuen Schnitt und fand ihn bei McCall.


Mit dem Englisch habe ich nicht mehr solche Probleme, da ich genug Erfahrung habe, um entweder die Fachwörter zu kennen, oder den Arbeitsschritt mit Hilfe der Bilder zu interpretieren. Das einzige, was ich an den amerikanischen Schnitten nicht mag ist, dass eine Nahtzugabe eingerechnet ist und ich an der Overlock leider keine Makierung habe, wie weit die Nadel vom Rand entfernt ist, wie an meiner Pfaff - sprich ich hab keine Ahnung, wo die Naht an dem Werkstück eigentlich wirklich hin soll.



 


Leider wurde sie für unseren Sommer zu spät fertig, so dass ich sie noch nicht anhatte. Durch die Länge ist es auch eher eine Mischung von Tunika und Kleid :-)





Auch wenn die letzte Tunika durch ihre Länge und asymmetrische Form einen hohen Stoffverbrauch hatte, ist immer noch einiges vom Vorhang da. *stöhn*




Ich hab ja erwähnt, dass ich mir ein Buch mit Schnitten und Anleitungen für Taschen gekauft habe. Als ich also immer so viel von dem Stoff übrig habe suchte ich mir die größte Tasche aus, welche keinen schweren Stoff bedurfte. Dass es sich dabei auch noch um eine Anleitung für Anfänger handelte, war nur ein Nebeneffekt.





Zur Sicherheit habe ich den Stoff noch mal mit Vliseline verstärkt und damit die Tasche mehr halt hat mit altem, weisem Bettleinen gefüttert. Auch wenn es mehr Gefummel bedeutet hat, habe ich die Tasche so genäht, dass ich sie als Wendetasche nutzen kann – sprich: ich hab nirgends wo eine deutliche Nahstelle.


Sie ist zwar etwas schrill von den Farben her, aber in den kommenden grauen Herbst und Wintertagen, wird sie wie eine schöne Erinnerung an den Sommer erscheinen. :-)




… Und ich hab immer noch ein wenig was von dem Stoff übrig. *lach*
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